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  Mykorrhiza - Eine Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen
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Mykorrhiza Symbiose Pflanze-Pilz

Direkt übersetzt bedeutet Mykorrhiza Pilzwurzel (mykes=Pilz, rhiza=Wurzel).

Dieser Begriff ist ebenso treffend wie irreführend. Mykorrhiza ist keine Pilzwurzel, aber es ist eine enge Partnerschaft zwischen verschiedenen Pilzen und Pflanzen, besonders den Wurzeln der Pflanzen. Eine solche Partnerschaft wird Symbiose genannt und wird immer zum Nutzen beider Partner eingegangen. Jeder Teil leistet etwas und bekommt dafür etwas.

Das Vorhandensein von Mykorrhiza ist bereits seit ca. 1890 bekannt. Durch intensive Forschung ist heute eine Vielzahl von Informationen über diese Symbiose verfügbar.

So ist z.B. bekannt, daß Mykorrhiza keine seltene Laune der Natur ist. Sie kommt sehr häufig und in vielen Varianten vor und ermöglicht es beiden Partnern, sich besser in der Natur zu behaupten. Ca. 80% aller Landpflanzen sind in der Lage, eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen einzugehen. Auf der anderen Seite gibt es ca. 5000 Mykorrhizabildende Pilzarten.

Auf die Wichtigkeit einer Mykorrhiza-Symbiose weißt auch der Fakt hin, das besonders Pflanzen an Nährstoffarmen und an kalten Standorten diese ausbilden. Es verschafft ihnen dort einen überlebenswichtigen Vorteil.

Viele Pflanzen sind sogar zwingend darauf angewiesen und könnten ohne die Mithilfe des Pilzes nicht überleben. Z.B. waren Aufforstungsmaßnahmen in einigen Gebieten der nordamerikanischen Prärie erst erfolgreich, nachdem man das Anwachsen der Setzlinge mit Mykorrhizapilzen unterstüzte.

Welchen Vorteil haben nun die beiden Partner ?

Das Pilzmycel erstreckt sich oft über große Flächen. Durch die Verbindung mit der Pflanzenwurzel wird so der Bodenvorrat an Wasser und Nährsalzen viel besser für die Pflanze verfügbar. Die Pflanze ist somit nicht mehr nur auf ihre eigenen Wurzeln beschränkt, sondern bekommt zusätzlich vom Pilz in Wasser gelöste Mineralien geliefert. Außerdem wird die Oberfläche der Wurzel durch das Pilzmycel deutlich vergrößert, was ebenfalls zu einer verbesserten Wasser- und Nährstoffaufnahme führt.

Viele Pilze sondern darüber hinaus Wuchsstoffe ab, die das Wachstum der Pflanzenwurzel stimulieren. Ebenso werden Protonen an das Erdreich abgegeben und im Gegenzug vor allem Phosphationen aufgenommen. Das Phosphat steht danach ebenfalls der Pflanze zur Verfügung.

Doch damit nicht genug. Indirekt ist der Symbiont (also der jeweilige Pilz) auch dafür verantwortlich, daß der Wirt (die Pflanze) einen Schutz gegen parasitäre Pilze entwickelt, indem die Mykorrhiza die Pflanze zur Produktion von Abwehrstoffen animiert und somit die Widerstandsfähigkeit gegen beispielsweise Wurzelfäule erhöht.

Die Pilze beliefern ihren Wirt natürlich nicht vollkommen uneigennützig. Sie tun dies vor allem deshalb, weil sie zwingend auf eine Versorgung mit Nährstoffen durch andere Pflanzen angewiesen sind. Pilze können im Gegensatz zur Pflanze keine Energie aus Licht gewinnen. Sie sind stets auf die Versorgung mit organischem Material angewiesen, sei es tot (Saprophyten) oder lebendig (Parasiten). Im Falle einer Symbiose mit Pflanzen erhalten sie von diesen Kohlenhydrate (zumeist Glucose), Vitamine und auch Wachstumsstimulatoren.

Bekannte Mykorrhizapilze sind z.B. Fliegenpilze, Knollenblätterpilze, Steinpilze oder Trüffeln. Sie kommen bevorzugt in sauren Böden (pH 4-5) vor. Böden mit pH Werten über 7 weisen meist keine Mykorrhizapilze auf.


Welche Arten der Mykorrhiza gibt es ?

Man unterscheidet die Mykorrhiza meist in 3 Gruppen:
1. Ektotrophe Mykorrhiza (=Ektomykorrhiza)
2. Endotrophe Mykorrhiza (=Endomykorrhiza)
3. Vesikular-arbuskuläre Mykorrhiza (=VA-Mykorrhiza)

Oft wird die VA-Mykorhiza zu dem Endomykorhizen gezählt. Eine genaue Unterscheidung zwischen den einzelnen Gruppen ist häufig schwer, da es viele, fließende Übergänge gibt.

Ektomykorrhiza

Bei der Ektomykorrhiza wird das gesamten Feinwurzelsystem der Pflanze von einer dichten Mycelhülle umgeben. Die Pilzhyphen dringen in die Rinde der Wurzel ein und bilden ein interzelluläres Gewebe zwischen den Zellen der Wurzelepidermis aus. Dieses Gewebe dient dem Stoffaustausch zwischen Pflanze und Pilz.

Ektomykorrhiza findet man besonders häufig bei Kieferngewächsen sowie Baumarten aus der Familie der Buchen, Birken und Zypressen.

Endomykorrhiza

Bei der Endomykorrhiza ist die Interaktion zwischen Pflanze und Pilz sogar noch etwas enger. Hier werden nicht nur die Zellzwischenräume der Wurzeln durchzogen. Ein Endomykorrhizapilz dringt mit seinen Hyphen direkt in die Wurzelzellen ein. Dies geschieht durch Enzyme, die der Pilz freisetzt. Die Hyphen, die in die Zelle eingedrungen sind, werden als Haustorien bezeichnet. Sie sind für den Stofftransport zwischen Pilz und Pflanze verantwortlich.

Eine bekannte Pflanze, die immer mit Ektomykorrhizapilzen in Symbiose vorkommt, ist die Heidelbeere. Sie wächst meist auf nährstoffarmen und sauren Böden und ist zwingend auf ihre Mykorrhiza angewiesen. Auch Orchideen können ohne Mykorrhiza nicht existieren.

VA Mykorrhiza

Der Name der Vesikulär-arbuskulären Mykorrhiza rührt von zwei Eigenschaften her, die sie von den anderen Mykorrhizatypen unterscheidet:
1. Sie bildet bläschenartige Speicher (Vesikel)
2. und Arbuskeln (bäumchenartig verzweigte Hyphenenden) aus.

Die VA-Mykorrhiza kommt am häufigsten vor und ist bei fast allen Pflanzenfamilien zu finden.

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